Havarie bei Transport eines Windradflügels zur Sirnitz
Ein rund 85 Meter langes und knapp 30 Tonnen schweres Rotorblatt ist am
27.08.2026 bei einem Spezialtransport auf der L 131 bei Sirnitz/Dreispitz im
Südschwarzwald abgestürzt. Das Blatt zerschellte unmittelbar neben Wohnhäusern
auf der Straße. Ein Mitarbeiter konnte sich offenbar nur knapp in Sicherheit bringen.
Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Der Unfall zeigt jedoch deutlich, welche Risiken mit dem Transport immer größerer
Windkraftanlagen durch enge Schwarzwaldtäler verbunden sind. Die Rotorblätter
müssen auf sogenannten Bladeliftern teilweise fast senkrecht aufgerichtet und durch
enge Kurven manövriert werden – teilweise unmittelbar an Wohnhäusern vorbei.
Anwohner hatten bereits im Vorfeld Sicherheitsbedenken geäußert.
Besonders problematisch sind die Folgen für die Umwelt: Das Rotorblatt aus
faserverstärkten, teils lungengängigen Kunststoffen und verschiedenen
Beschichtungsmaterialien zerbrach beim Aufprall in zahlreiche große und unzählige
kleine Teile. Splitter verteilten sich im Umfeld der Unfallstelle. Zusätzlich trat
Hydrauliköl aus der beschädigten Transporttechnik aus.
Windkraft wird als umweltfreundliche Energieform beworben. Zur Gesamtbilanz
gehören aber auch solche Begleiterscheinungen: riesige Schwertransporte,
ausgebaute Zufahrtswege, Eingriffe in sensible Landschaftsräume und – wie dieser
Unfall zeigt – das Risiko erheblicher Verunreinigungen durch Verbundwerkstoffe und
Betriebsstoffe.
Der Vorfall bei Sirnitz sollte deshalb Anlass sein, bei Windkraftprojekten nicht nur
über die spätere Stromproduktion zu sprechen. Auch Transport, Erschließung, Bau
und mögliche Umweltfolgen gehören zu einer ehrlichen Gesamtbetrachtung.
Siehe dazu folgenden Youtube Beiträge:
von Adrian Kempf | Sep. 5, 2026 | Naturschutz, Umwelt und Landschaft, Windkraft





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