Alternative Blickwinkel
- WKA-Guenterstal
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Sehr geehrter Herr OB Horn,
sehr geehrte Frau Buchheit,
sehr geehrte Mitglieder vom Stadtrat der Stadt Freiburg,
an den Regionalverband südl. Oberrhein,
an die zuständigen VertreterInnen vom Regierungspräsidium,
an das Umweltamt der Stadt Freiburg,
an die Mitglieder der BI Windkraft Günterstal,
bei uns gingen lesenswerte interessante Artikel der NZZ und der Berliner Zeitung ein, die wir gerne an Sie weiterleiten.
Der Artikel von der BZ vom 12.06. 26 behandelt das Thema: "Realisten sind keine Lobbyisten oder Gegner von Klimaschutz".
Manchmal hilft ein Blick aus dem Ausland, um die Vorgänge im eigenen Land besser zu verstehen.
Die NZZ vom 15.06. greift das Thema "Energiewende in Deutschland" auf.
Liest man die Stellungnahme der Stadt Freiburg zur 2. Offenlage des Regionalverbands mit dem Wunsch der Ausweitung des Vorranggebiets Prangenkopf, entsteht der Eindruck, dass die Stadt ihre Windkraftplanung weitgehend an den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern vorbei vorantreibt. Die berechtigten Sorgen der Menschen in Günterstal, Kappel und den angrenzenden Ortsteilen werden zwar formal zur Kenntnis genommen, in der politischen Abwägung aber erkennbar nachrangig behandelt.
Besonders irritierend ist, mit welcher Selbstverständlichkeit wertvolle Natur- und Landschaftsräume am Schauinsland für weitere Windkraftstandorte in Anspruch genommen werden sollen. Der Schauinsland ist kein beliebiger Industriestandort, sondern ein herausragendes Natur-, Erholungs- und Kulturgut für Freiburg und die gesamte Region. Gerade eine Stadt, die sich gerne als besonders ökologisch und nachhaltig darstellt, müsste hier mit besonderer Zurückhaltung, Sensibilität und Ehrlichkeit vorgehen.
Stattdessen entsteht der Eindruck, dass vor allem politisch gesetzte Klimaziele und das grüne Image der Stadt im Vordergrund stehen. Die Frage, ob ein weiterer Ausbau an diesen konkreten Standorten angesichts von Windhöffigkeit, Artenschutz, Landschaftsbild, Bürgerbelastung und bereits bestehenden Problemen am Taubenkopf überhaupt sinnvoll und verhältnismäßig ist, wird nicht ernsthaft offen gestellt. Dabei muss jedem klar sein, dass installierte Leistung nicht gleichbedeutend mit Ertrag ist.
Eine wirklich grüne Stadt erkennt man nicht daran, wie viele Windräder sie in sensible Landschaften plant, sondern daran, ob sie bereit ist, Natur, Artenvielfalt und Bürgerinteressen auch dann ernst zu nehmen, wenn es politisch unbequem wird. Â
Über Rückmeldung jedweder Art freuen wir uns.


